Von der Vergangenheit in die Gegenwart – Chronik über 100 Jahre

Sangesfreude mit dem Männergesangsverein Kurtatsch

 

Wenn ein Verein sein 100-jähriges Bestehen feiern kann, so ist es wohl angebracht, zurückzublicken und sich zu erinnern.

Die Geschichte des Chores ist nicht nur eng mit der Geschichte der Heimatgemeinde Kurtatsch verbunden, sondern auch mit der Geschichte des Landes Tirol sowie mit jener des Südtiroler Unterlandes.

Chorleiter Max Riedl

Die noch bekannten Gründungsmitglieder waren: Wendelin Marth, Edmund Marth, Vigil Pomella, Karl Gruber, Hermann Gruber, Julius Pomella, Josef Bertolin, ­Otto Pomella, Ernst Pomella, Franz Ritsch, Eduard Mayr, Toni Armlich, Franz Happacher und Dr. Alfons Fabiani. Wahrscheinlich wollte man dem damaligen Zeitgeist entsprechend auch in Kurtatsch einen Männergesang deutscher Prägung haben, so wie dies in allen Städten und größeren Ortschaften des Landes bereits der Fall war. Zweck des Chores sollte aber nicht nur Gesang und Geselligkeit sein, wie dies bei den meisten anderen Liedertafeln so üblich war, sondern man wollte sich bewusst vor allem der Pflege des deutschen und besonders des Tiroler Volksliedes widmen. In diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass gerade in jenen Jahren der italienische Schulverein »Pro Pa­tria« und nach dessen Auflösung durch die österreichischen Behörden die italienische »Lega Nazionale« eine rege Expansionstätigkeit im Unterland betrieben haben. Es wurden italienische Schulen gegründet und über ein Netz von Vertrauensmännern italienische Unterhaltungsliteratur, Kalender usw. in Umlauf gebracht und vor allem die italienische Zuwanderung durch den Kauf von Grund und Boden gefördert. Als

dann die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Italienern sichtlich zunahmen, wurden auch in Tirol als Gegenmaßnahme so genannte »Schutzvereine« ins Leben gerufen, und zwar zuerst der »Deutsche Schulverein«, der hauptsächlich den Bau und Unterhalt von Kindergärten und Schulen in den von der italienischen Unterwanderung am meisten bedrohten Gebieten unterstützte und förderte, und dann der »Tiroler Volksbund«, der am 7. Juni 1905 in Sterzing ins Leben gerufen wurde. Dieser machte sich vor allem zur Aufgabe, das deutsche Volkstum in Sprache, Recht und Rechten sowie Tracht und Sitte im ganzen Lande, besonders aber in den nationalen Grenzgebieten zu fördern und zu verteidigen. In kurzer Zeit entstanden daraufhin nicht nur in Deutschtirol, sondern auch in Ladinien und Welschtirol zahlreiche Ortsgruppen. Allein im Unterland zählte man im Sommer 1907 bereits 14 Ortsgruppen, wobei es in Kurtatsch und Tramin neben der Männergruppe auch jeweils eine Frauengruppe gab. Sicher haben diese Ortsgruppen dann viel zur Stärkung des deutschen Volkstums getan und zur Gründung nicht nur des Kurtatscher Männerchores, sondern wahrscheinlich auch der Liedertafel von Neumarkt (seit 1908) beigetragen.

 

Kirchenchor Kurtatsch um 1910 (v. l. n. r.):
1. Reihe sitzend: Alois Poli, unbekannt, Luis Anrather, Ernst Pomella, Eduard Mayr;
2. Reihe: Anna Atz, Luise Gruber, Chorleiter Max Riedl, Mitzi Zadra, Zenzl Anegg;
3. Reihe: Marie Terzer, Antonia Gruber, Antonia Mayr, Mizzi Stimpfl, Hanni Kofler;
4. Reihe: Wendelin Marth, Karl Gruber, Julius Pomella, Hermann Gruber, Josef Bertolin;
5. Reihe: Wendelin Kofler,
Otto Pomella, Franz Ritsch
(die männlichen Mitglieder des Chores gehörten auch dem Männerchor Kurtatsch an)

 

Da, wie vorher erwähnt, die meisten Mitglieder des neu gegründeten Chores, schon früher beim Kirchenchor mit­sangen und somit über eine gewisse musikalische Vorbildung verfügten, konnte der Chor in relativ kurzer Zeit eine reichhaltige Tätigkeit entfalten. Man war zu Hochzeiten und Familienfesten eingeladen, sang zu Weihnachten, Neujahr und bei vielen anderen Feierlichkeiten.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg übersiedelte Chorleiter Max Riedl nach Tramin, und so wurde der Lehrer Josef Friniger zum Leiter des Chores bestellt. Als der Krieg ausbrach und die meisten Sänger zu den Waffen gerufen wurden, musste auch der Kurtatscher Chor vorübergehend seine Tätigkeit einstellen.

Aber der Gesang hörte deshalb nicht gänzlich auf. Als nämlich 1915 Italien Österreich den Krieg erklärte, traten einige jüngere Chormitglieder geschlossen der Standschützenkompanie von Kurtatsch bei und rückten, wie viele tausende junge und alte Tiroler als wirklich letztes Aufgebot des Landes, freiwillig zur Verteidigung der Grenzen der bedrohten Heimat aus. Bei Kriegsbeginn im Mai 1915 waren die Kurtatscher zusammen mit den Kameraden des Standschützenbataillons Kaltern II bereits auf dem Tonalepass im Einsatz und erlebten dort ihre erste Feuertaufe. Dort konnten sie im Juli 1915 zusammen mit Bludenzer Standschützenkameraden bei einer feierlichen Feldmesse mitwirken und zum ersten Mal die »Schubert-Messe« an der Front singen. Als sie dann im Herbst 1915 in die Valsugana kamen und dort im Abschnitt Busagrande-

 

Lustige Kurtatscher Kriegssängergesellschaft an der Front –
stehend (v. l.): Franz Orian sen., Luis Anrather, Wendelin Kofler, Alois Poli;
sitzend: Ernst Mayr, Paul Höllriegl, Ernst Pomella

Vetriolosattel und Semperspitze eingesetzt wurden,bildeten sie zusammen mit den Standschützen­kameraden von Kaltern und Eppan die Kriegsliedertafel »Busagrande«. Chorleiter war Luis Treibenreif aus Kaltern, der mit seinen Freunden aus Kaltern, Leutnant Karl Psenner, Leutnant Paul Höllriegl, Josef Schlechtleitner und Ernst Atz, sowie den Kurtatschern Luis Anrather, Ernst Mair, Alois Poli, Ernst Pomella, Wendelin Kofler, Franz Orian und dem Lehrer Kofler aus Graun bestens harmonierte. Der Chor trug in Kameradenkreisen viel dazu bei, das Los der Standschützen im Stellungskrieg zu erleichtern. Dazu eine Eintragung aus dem Tagebuch von Major Johann Nepomuk Di Pauli, Kommandant des Standschützenbataillons Kaltern: »25. Dezember 1915 Weihnachtstag. Weihnachten im Feld, das hat seinen eigenen Reiz, besonders hier heroben in Schnee und Eis, in der Waldeseinsamkeit und doch mitten im pulsierenden Leben. So gegen 12 Uhr nachts erscheinen die ersten Standschützen. Die Silhouetten der Männer, die sich deutlich vom dunklen Nachthimmel
abheben, erinnern mich an die Hirtenbilder deutscher Maler, die ich in München gesehen hatte. Vor unserer Kapelle steht ein kleiner Christbaum und eine bescheidene Papierkrippe, die eher wie ein Reklamebild aussieht. Aber alle diese Geschmacklosigkeiten können den erhebenden Eindruck der Christnacht nicht beeinträchtigen. Weil noch Leute beichten gehen, beginnt die Messe erst um 12.10 Uhr und wird dann von unserer Liedertafel mit einem herrlich gesungenen ›Gloria in Excelsis Deo‹ eingeleitet. Leider stören ein paar besoffene Offiziere den feierlichen Gottesdienst, als aber nach der Wandlung erst pianissimo und dann immer lauter anschwellend das ›Stille Nacht, heilige Nacht‹ erklang, wurden sogar diese Trottel ruhig. Ich könnte mir keine schönere Mitternachtsmesse denken als die hier unter freiem Himmel, im
Angesicht der feindlichen Artilleriebeobachter, die unsere Prachtbeleuchtung sicher gesehen haben müssen.«

Kurtatscher Männerchor mit den Frauen des Kirchenchores (v. l. n. r.):
Ernst Mayr, Luis Poli, Wendelin Kofler, Ernst Pomella, Alois Anrather,
Alois Gruber, Josef Bertolin, Josef Bonora, Karl Gruber, unbekannt, Franz Orian, Otto Pomella, vorn in der Mitte: Chorleiter David Mühlberger

1928 – Kurtatscher Sänger bei der Hochzeit von Maria Pichler mit
Josef Matzneller in Kalditsch

Die Liedertafel des Standschützenbataillons blieb fast bis zum Kriegsende beisammen und erfreute immer wieder die Kameraden mit ihrem Gesang, besonders bei den sonntäglichen Messfeiern, aber auch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten wie z. B. Geburtstagen.

Nach dem Krieg begann schon bald wieder eine geordnete Tätigkeit des Chores. Die Leitung wurde zuerst dem Lehrer David Mühlberger aus Atzwang übertragen.Dieser brachte den Chor in kurzer Zeit auf ein beachtliches musikalisches Niveau.

Ansuchen um Aufführungsbewilligung für ein Konzert in Klausen mit Programm

Wieder mit dabei waren: Alois Anra­ther, Ernst Mair, Alois Gruber, Ernst Pomella, Josef Bonora, Eduard Mayr, Wendelin Kofler, Karl Gruber, Raimund Moli­gnoni, Josef Bertolin, Franz Orian sen., Otto Pomella, Friedl Mayr, Alfred Mayr.Der Chor konnte in den Jahren von 1919 bis 1924 in der näheren und weiteren Umgebung viele gut besuchte Konzerte geben; dazu hatte man immerhin ein Programm von 30 Liedern vorbereitet. Man sang z. B. anlässlich eines Ausfluges im Sommer des Jahres 1920 am 1. August in Sarnthein, am 2. August in Klausen, am 3. August in St. Ulrich/Gröden, am 5. August in Seis und am 15. August in Tiers. Weitere Konzerte folgten in Bozen, Gries, Radein, Kalditsch und Fennberg. Auch zur Verschönerung von kirchlichen und weltlichen Feiern sowie Hochzeiten war man häufig eingeladen. Leider musste David Mühlberger infolge Versetzung die ­Leitung des Chores bald abgeben, und so folgte auf ihn der Lehrer Hans Mühlsteiger aus Natz.

 

Chorleiter Franz Orian sen.

Trotz eines kurz darauf von den faschistischen Machthabern verordneten öffentlichen Singverbotes blieb der Männerchor beisammen und pflegte weiterhin das deutsche Lied. Als dann auch noch die deutschen Schulen in unserem Lande verboten wurden, musste auch Lehrer Mühlsteiger Kurtatsch verlassen und die Leitung des Chores abgeben. Daraufhin übernahm Franz Orian sen. den Chor. Gerade in dieser schweren Zeit zeigte sich, wie wertvoll eine echte und aufrechte Kameradschaft ist. Man ließ sich durch die faschistischen Verbote nicht einschüchtern oder gar unterkriegen, traf sich weiterhin zu kirchlichen Feiern und zum geselligen Singen bei Hochzeiten sowie anderen privaten Veranstaltungen.

Zweimal im Jahr waren die Sänger auch in Fennberg zu Gast. Hans Tiefenbrunner aus Entiklar stellte ihnen dort seinen Sommerfrischsitz »Hofstatt« zur freien Verfügung, wo diese dann viele schöne und frohe Stunden mit Gesang und Spiel verbringen konnten. Wie »tirolerisch« dort oben besonders der Kirchtag zu »Bartlmä« immer gefeiert wurde, kann man einem Brief vom 13. August 1936 entnehmen, welchen Arnold Heidegger aus Margreid den Kurtatscher Sängern zukommen ließ. Dieser diente damals als Soldat in Afrika, wo er mit vielen anderen Südtirolern am italienischen Eroberungskrieg gegen Abessinien teilnehmen musste. Er schrieb u. a. Folgendes: »So sehr ich mich schon lange sehnte Euch Kameraden am trauten Kirchtage wiederzusehen, so muss ich mich jetzt leider der großen Täuschung hingeben und einsehen, dass all mein Sehnen umsonst war. So will ich Euch aber wenigstens schriftlich aus der weiten Ferne aufs Herzlichste begrüßen und wünsche Euch allen ein recht lustiges Kirchtagsfest. Ich höre heute schon im Geiste den Wendl (Kofler) das Lied anstimmen ›O Alpenland, wie bist du schön …‹, dann kommt der Vetter

Johannes (Tiefenbrunner) mit dem Liede ›Wir Schützen sind gar lust'ge Leut, heidi, heidu, heida‹. Und die ewiglustige Pinzoner Gustl (Rizzolli) beginnt auf der Gitarre ›Mei ­Hoamat, mei Landl, dös hon i in Eahrn …‹.«

Was der Kurtatscher Männerchor in der Zeit der faschistischen Unterdrückung für das Deutschtum im Unterland geleistet hat, wird sicherlich als ein Ruhmesblatt in der Vereinsgeschichte verzeichnet bleiben.

Schon bald nach Abschluss der Option im Jahre 1939, die leider eine unheilvolle Zersplitterung und viel Unfrieden in die Südtiroler Volksgruppe brachte, wurden für die so genannten »Optanten« deutsche Sprachkurse eingerichtet, und auch die deutsche Sprache konnte wieder ohne Angst gebraucht werden.

Als dann 1943 deutsche Truppen in Südtirol einmarschierten und die Operationszone »Alpenvorland« mit den Provinzen Bozen, Trient und Belluno unter Gauleiter Hofer errichtet wurde, kam auch das ganze Unterland wieder zur Provinz Bozen. In dieser Zeit hatten die deutschen Vereine nicht nur die Möglichkeit, sich wieder frei zu entfalten, sondern diese wurden von den neuen Machthabern besonders gefördert und teilweise neu gegründet. Überall im Lande entstanden wieder Musikkapellen, Theater- und Schützenvereine usw. Auch in Kurtatsch wurden eine Jugendmusikkapelle und ein Theaterverein neu gegründet, und der Männerchor konnte nun wieder bei den verschiedensten öffentlichen ­Veranstaltungen mitwirken. Im Jahre 1944 beteiligten sich die Sänger mehrmals auch an den Soldatenbetreuungen in Arco und Riva, wo sie besonders den Verwundeten mit ihren Liedern viel Freude bereiten konnten. So hat man auch den zweiten großen Krieg überdauert.

Kurtatscher Sänger zu Gast bei Hans Tiefenbrunner in der Hofstatt am Fennberg – obere Reihe: im Winter beim Skifahren; untere Reihe: beim Kirchtag zu »Bartlmä«

 

Neuanfang nach 1946

Aber dieser Waffengang war nicht ohne Folgen für den ­Verein geblieben. Als man im Jahre 1946 mit der geordneten Tätigkeit fortfahren wollte, blieben von der alten Sängergarde nur mehr drei Mitglieder übrig; die anderen waren teils verstorben oder wollten aus Altersgründen nicht mehr weitermachen. So musste der Chor 1946 tatsächlich neu gegründet werden. Die Initiative dazu ergriff der damalige Lehrer und Musiker Alfred Gruber von Kurtatsch. Er war es dann auch, der noch im selben Jahr mehrere begeisterte ­Sänger um sich scharte. Die erste Versammlung fand im ­Keller des Sangesbruders Toni Orian statt. Alfred Gruber sprach über die Vorhaben und Ziele des neuen Männerchores. Unter anderem betonte er, dass es unbedingt geboten sei, das Vererbte weiterzugeben und das von den Vätern geschaffene Werk zum Wohle der Heimat fortzusetzen. Von allem Anfang mit dabei waren dann: Vigil Peer, Friedl Pomella, Erich Marth, ­Herbert Tiefenbrunner, Erich Frei, Hans Kofler, Toni Orian, Pepi ­Orian, Friedl Mayr, Jakob Peer, Franz Terzer und Vigil ­Pomella. Im Unterschied zu früher waren die neuen Sänger jedoch in der Mehrzahl nicht mehr gleichzeitig auch Mitglieder des Kirchenchores.

Chorleiter Alfred Gruber

Der Chorleiter hatte es bestimmt nicht leicht, seine Aufgabe zu erfüllen, denn es fehlte am Anfang nicht nur ein geeignetes Probelokal, sondern auch entsprechendes Notenmaterial. Man probte deshalb abwechslungsweise in der Küche oder Stube eines Sangesbruders, bis nach einiger Zeit zuerst ein Kellerlokal im so genannten »Volkshaus« (Ex-Fasciohaus) und dann später ein Raum im Ansitz Freienfeld frei wurde. Da ihm außerdem keine geschulten Kräfte zur Verfügung standen, konnte nur ein bedingungsloser Einsatz, eine große Disziplin und vor allem gute Kameradschaft zum Erfolg führen. Dies wurde von den Kurtatscher Sängern in den ersten Jahren auch ohne Ausnahme akzeptiert und erbracht. Vollzähliges Erscheinen bei den wöchentlichen Proben war Ehrenpflicht!Unter diesen Voraussetzungen, aber auch durch sein großes Können ist es Chorleiter Gruber in relativ kurzer Zeit gelungen, den Chor auf ein beachtliches musikalisches Niveau zu bringen und schon bald mit seinen Kurtatschern bei verschiedenen Veranstaltungen mitzuwirken.

 

Friedl Mayr (l.), erster Obmann, Alfred Gruber (r.), erster Chorleiter,
in Begleitung von Gertraud und Walburg Kofler

 

Alte und junge Sänger beim Kirchtag in Entiklar, kurz nach der Neugründung im Jahr 1946

Wie abwechslungsreich die ersten Auftritte des Chores gestaltet wurden, kann man der Einladung zu einem Konzert entnehmen, welches am Ostermontag des Jahres 1949 in Kurtatsch mit folgendem Programm stattfand:

 

 

 

Einladung zum Konzert am Ostermontag des Jahres 1949

Im Jahre 1949 wurde der Chor Mitglied des neu gegründeten Südtiroler Sängerbundes mit Sitz in Bozen und beteiligte sich mit gutem Erfolg auch am 1. Bundessingen, welches im Jahre 1950 im Meraner Kursaal stattfand.

Schon in den ersten Jahren fuhren die Kurtatscher auch ins Ausland, wo sie als gern gesehene Gäste in Graz, Dornbirn, Bregenz und Innsbruck auftraten. Dem Dirigenten und den Sängern ging es vor allem darum, die Heimat angemessen zu vertreten, was ihnen mit ihren humorvollen Liedern bestens gelang. So konnten überall neue Freunde und Gönner für die Heimat gewonnen werden. Bezeichnend dazu ein Bericht über das I. Österreichische Sängerbundfest in Graz, welcher in der Zeitung »Steirerblatt«, Graz, vom 19. Juli 1950 veröffentlicht wurde: »(…) zum Sängerbundfest waren auch, wie bereits berichtet, Südtiroler Sänger erschienen.

Teilnahme am ersten Sängertreffen des Südtiroler Sängerbundes im Kursaal von Meran, 1950

Den Widerwärtigkeiten zum Trotze, die ihnen seitens ihrer Behörden entgegengebracht wurden, kamen 16 Mann des MGV Kurtatsch bei Bozen mit seinem Obmann Mayr und Chormeister Alfred Gruber nach Graz. Wo auch immer sie ihre Lieder aus dem Südtirolischen erschallen ließen, lösten sie restlose Begeisterung aus. Als Erinnerung und zum Danke für ihre Teilnahme überreichte ihnen Obmann und Bundesbeirat Wonisch das formschöne Abzeichen des Steirischen Sängerbundes.«

 

Siegfried Tappeiner, Chorleiter von 1956 bis 1975

Als Alfred Gruber im Jahre 1951 die Leitung des Chores abgab, wurde zuerst Lehrer Leo Reisigl zum Dirigenten bestellt. Auch dieser stellte sein bestes Können dem Verein zur Verfügung, jedoch war seine Wirkungszeit nur von kurzer Dauer, und so war der Chor gezwungen, einen neuen Dirigenten in der Person von Hans Sanoll aus Kurtatsch zu verpflichten. Leider legte auch dieser bereits nach einem Jahr den Stab nieder, und so stand der Verein neuerdings ohne Leiter da. Endlich konnte dann im Jahre 1957 Siegfried Tappeiner, damals Volksschullehrer in St. Pauls, als neuer Chorleiter gefunden werden. Unter seiner Führung verzeichnete der Chor einen beachtlichen Aufschwung. Tappeiner ist es vor allem gelungen, die Chormitglieder für die Tiroler Mundartlieder zu begeistern, wie sie die unvergessenen Komponisten Sepp Thaler, Arthur Kanetscheider und Josef Pöll schufen.Besonders die menschlich-freundschaftliche Verbindung zum unvergessenen Sepp Thaler, der dem Männerchor Kurtatsch eine Reihe seiner Kompositionen widmete (die noch immer zum Standardrepertoire des Chores gehören), wie auch zu Arthur Kanetscheider zählen zu den Sternstunden in der 100-jährigen Tätigkeit des Vereines.
Bei vielen Auftritten in Südtirol und in Österreich konnten die Kurtatscher nunmehr ihr Publikum mit diesen humorvollen Liedern begeistern. Man war auch wieder häufig auf Tournee, einmal sogar acht Tage lang in Oberösterreich mit einem Empfang beim damaligen Landeshauptmann und großen Südtirol-Freund Dr. Heinrich Gleissner in Linz. Mit welcher Begeisterung der Chor dort aufgenommen wurde, kann man einem Bericht entnehmen, welcher am 8. September 1960 in den »Mühlviertler Nachrichten« veröffentlicht wurde. Diese schrieben u. a. wie folgt: »(…) Was der Männerchor Kurtatsch an wundervollem Liedergut im Bezirk Rohrbach zu Gehör brachte, war in jeder Weise dazu angetan, die Besucher das Land lieb gewinnen zu lassen, das uns seinen freundlichen Gruß derart übermitteln ließ. Die sympathischen Südtiroler in der prächtigen Volkstracht erweckten überall helle Begeisterung, ihre klaren und weichen Stimmen sangen sich in alle Herzen. Südtiroler Liebe, Südtiroler Wein, Volkstum und Heimattreue waren das Grundthema der ausgezeichnet aufgestellten Vortragsfolge. Einmalig die Jodlerkunst der Herren Friedl Brunner und Herbert Tiefenbrunner, fein gekonnt die Leistung des Dirigenten Tappeiner, erhebend und erheiternd in ihrem Wechsel von Ernst und Scherz die verbindenden Worte des Ansagers Hafner.

 

Auftritt in Ried i. Innkreis, Juli 1960

Was aber der größte Wert des Besuchs der Kurtatscher war: Wie viele Menschen im Bezirk hatten erstmalig Gelegenheit, mit den liebenswürdigen Landsleuten aus dem Süden Bekanntschaft zu machen und zu erfahren, wie treu diese Männer von der Salurner Klause zu ihrer Heimat und zu ihrem Volkstum stehen!

So war die Reise der Südtiroler im Bezirk Rohrbach Erlebnis und Lehre zugleich. Nur eine einzige Zeile mag uns allen zu denken geben, die in einem besonders schönen Lied als Leit spruch für die Jugend von Südtirol zum Ausdruck kommt, so zu bleiben: »Grad so wie der Ander, ös wißt's, wen i moan …«

Weihe der neuen Vereinsfahne, überreicht von der Fahnenpatin
Karoline Goller Unterhauser

Zum 60-jährigen Bestandsjubiläum, welches am 27. Juni 1965 feierlich begangen wurde, erhielt der Chor von Karolina Goller Unterhauser aus Bozen eine prächtige Vereinsfahne überreicht. Die Fahne trägt das Kurtatscher Wappen und ein ­Abbild des Minnesängers Oswald von Wolkenstein. Im Jahre 1975 übernahm der Chor die Ausrichtung der Jahreshauptversammlung des Südtiroler Sängerbundes, welche am 15. Februar im neu erbauten Kulturhaus von Kurtatsch stattfand. Dabei wurde auf Vorschlag von Herbert Tiefenbrunner Chorleiter Siegfried Tappeiner zum Obmann des Sängerbundes gewählt. Leider war es ihm dann aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, weiterhin den Kurtatscher Chor zu leiten.

 

Auf ihn folgte für kurze Zeit Musiklehrer Toni Pomella aus Kurtatsch. Dieser hatte in Luzern/Schweiz eine gediegene musikalische Ausbildung erhalten und arbeitete nun mit neuem Schwung an der musikalischen Weiterbildung des Chores. Unter seiner Leitung wurde außer den Mundartliedern auch modernes Liedgut in das Repertoire des Chores aufgenommen. Leider dauerte sein Einsatz in Kurtatsch nur kurze Zeit, und so übernahm Paul Höhn aus Girlan für ein Jahr die Leitung des Chores.

Im Spätherbst 1980 kam dann Otto Zelger aus Tramin als Dirigent nach Kurtatsch. Auch unter seiner Leitung erbrachte der Chor beachtliche Leistungen. Im Jahre 1982 konnte mit dem Lied »Die Schlernhex'n« von Sepp Thaler der landesweite Wettbewerb »Unser Lied 1982« gewonnen werden.

Siegerehrung beim Wettbewerb »Unser Lied 82« in Innichen

Leider wurde die Freude dann durch eine unfaire und unnötige Zeitungspolemik getrübt, die von so genannten »Freunden der echten Volksmusik« gegen das Siegerlied des Komponisten Sepp Thaler und irgendwie auch gegen den Chor angezettelt wurde.

 

Aufnahme für die ZDF-Sendung »Sonntagskonzert« in Buchholz, 1982

Wie schon in den vergangenen Jahren waren die Kur­tatscher als singende Botschafter des Unterlandes wieder verschiedentlich auf Konzertreisen in Deutschland und Österreich unterwegs. Weit über die Landesgrenzen bekannt wurde der Chor aber durch die Sendung »Sonntagskonzert« des Zweiten Deutschen Fernsehens, ZDF, im September 1982, welche immer von einem Millionenpublikum gesehen wurde.

Zu Pfingsten 1986 feierte der Männergesangsverein sein 80. Bestandsjubiläum mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche, einem eigenen Festakt im Kulturhaus von ­Kurtatsch sowie einem großen Jubiläumskonzert am Abend. Beim Festakt konnte Obmann Herbert Tiefenbrunner zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland, u. a. auch Dr. Erwin Wenzel, Altlandeshauptmann von Oberösterreich, begrüßen.

Die Festrede hielt Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago; Grußworte sprachen weiters Landesrat Dr. Anton Zelger, Bürgermeister Oswald Schiefer von Kurtatsch und Ehrenmitglied Max Wiplinger von Haslach/Oberösterreich. Im Anschluss an den vormittägigen Festakt besuchte Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago zusammen mit Kulturassessor Dr. Anton Zelger sowie Bürgermeister Oswald Schiefer und einigen Sängern auch das neu eingerichtete Probelokal im alten Ansitz »Freienfeld«. In der Tageszeitung »Dolomiten« war dann über diesen Lokalaugenschein Folgendes zu lesen: »(…) Magnago forderte die Gemeinde auf, das künstlerisch wertvolle alte Gebäude mit seiner geschnitzten hölzernen Decke und einem herrlichen Kellergewölbe nicht verkommen zu lassen. Auch das Land wolle seinen Beitrag leisten, um das Bauwerk des ›Indermaur-Hauses‹ zu erhalten, versprach der Landesvater. So wurde das Jubiläum des Männergesangsvereins zugleich zu einem historischen Tag für die Restaurierung des ›Freienfeld-Hauses‹, meinte ein Gast aus dem Norden, der ehemalige Landeshauptmann von Oberösterreich, Erwin Wenzel.«

 

Das Gebäude konnte inzwischen, dank der tatkräftigen Mithilfe der Südtiroler Landesregierung, vollständig restauriert werden und dient jetzt vor allem für kulturelle Zwecke. Im Jahre 1992 gab es wieder einen Dirigentenwechsel, denn ­Otto Zelger verließ den Chor in Kurtatsch, um sich ganz dem Neuaufbau des Traminer Männerchores widmen zu können. Daraufhin kam Paul Höhn aus Girlan, der schon früher für kurze Zeit den Chor leitete, wieder als Dirigent nach Kurtatsch. Diesem ist es mit einer gezielten Proben- und Weiterbildungstätigkeit gelungen, die musikalische Leistungsfähigkeit des Kurtatscher Männerchores weiter zu verbessern. Neue Chorliteratur wurde ins Programm aufgenommen und besonders das Repertoire an kirchlichen Liedern und Messen erheblich erweitert.

Auch die partnerschaftlichen Verbindungen mit Chören in Österreich und Deutschland wurden weiterhin gepflegt und fortgesetzt. Mehrtägige

Beim Festakt zum 80. Bestandsjubiläum im Kulturhaus von Kurtatsch, 1986

Auslandsreisen nach Deutschland und Österreich konnten unternommen werden und erfolgreiche Konzerte u. a. in Diez a. d. Lahn, Erfurt, Echterdingen, Krängelbach (OÖ), St. Ruprecht/Graz und in Haslach (OÖ) mitgestaltet werden.

 

Mitwirkung beim 150-jährigen Bestandsjubiläum des Männerchores »Harmonie« in Diez a. d. Lahn

Ausflug nach Lusern im Sommer 1985

Aber nicht nur im Ausland, sondern auch in der engeren Heimat nahm der Chor an vielen Chortreffen sowie an den vom Südtiroler Sängerbund veranstalteten Singen auf Bezirks- und Landesebene regen Anteil und stellte sich mit soliden Sangesleistungen den Zuhörern. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Fahrten ins benachbarte Trentino, wo bei Auftritten in Lusern und in Piazza im Terragnolotal der einheimischen Bevölkerung große Freude bereitet werden konnte. Der Chor hat außerdem schon mehrmals mit Geldspenden die Arbeit des Luserner Kulturvereines unterstützt.

Auch für andere Menschen, die durch Unglücksfälle in Not geraten sind, hatte und hat der Chor immer ein offenes Ohr. Er veranstaltete nicht nur eigene Benefizkonzerte, sondern beteiligte sich immer wieder an solchen Veranstaltungen. Bezeichnend dazu folgender Bericht, der in der Tageszeitung »Dolomiten« vom 9. Februar 1951 veröffentlicht wurde: »Schöner Faschingsausklang in Kurtatsch. Der Männergesangsverein veranstaltete am Faschingsdienstag einen ›Bunten Abend‹ zu Gunsten der Lawinengeschädigten, welcher trotz der fast ungangbaren Wege gut besucht war. Es hat sich gezeigt, dass, wenn es gilt, in Not befindlichen Brüdern zu helfen, die Kurtatscher zur Stelle sind. Viele Mitbürger, welche an der Teilnahme verhindert waren, haben den Eintritts­preis mit einer zusätzlichen Spende abgeliefert. Es wurden schöne Volks- und Heimatlieder vorgetragen und ein paar humorvolle Einakter zur Aufführung gebracht. Der Männerchor hat mit der gelungenen Aufführung den Besuchern ein paar Stunden köstlicher Unterhaltung bereitet, wofür den Sängern, welche keine Mühe und keinen schlechten Weg scheuten, um den Abend zum Erfolg zu verhelfen, der aufrichtigste Dank aller gebührt. Auch den edlen Spendern und allen die mitgeholfen haben, die am schönen Erfolg beigetragen haben sei herzlich gedankt. Der Reingewinn des Abends von 52.000 Lire wurde von den Sängern aus eigener Kasse auf 70.000 Lire abgerundet. Davon wurden 10.000 Lire der Rücksiedlerhilfe und 60.000 Lire für die Lawinen­geschädigten zugewiesen.«

Traditionsbewusstsein und Pflege der altgebräuchlichen Sitten bestimmen noch immer das Wirken des Chores und fördern den Zusammenhalt der Sänger. Aus diesem Grunde gibt es die sich alljährlich wiederholenden traditionsgebundenen Auftritte wie z. B.:


Gestaltung einer Messfeier für verstorbene Chormitglieder in der Adventzeit;


Weihnachtssingen zu Ehren der Gefallenen vor dem Kriegerdenkmal, mit Messgestaltung;


Teilnahme an der jährlichen Andreas-Hofer-Gedenkfeier am 20. Februar, mit Messgestaltung;


Frühjahrskonzert;


Singen am Oberfenner Kirchtag zu Mariä Himmelfahrt.

Auch Advent- und Mariensingen sowie Volksmusikabende in Kurtatsch, zusammen mit anderen Chören und Musikgruppen, gehören dazu.

Schließlich soll noch erwähnt werden, dass bereits einige Schallplattenaufnahmen mit der Firma Rekon in Meran, weiters Tonbandaufzeichnungen mit Rai – Sender Bozen und ORF Tirol sowie Fernsehaufzeichnungen mit ZDF, ORF Tirol und Rai – Sender Bozen gemacht wurden.

Aber auch die Geselligkeit kommt im Vereinsleben nicht zu kurz und findet ihren Höhepunkt bei den jährlich stattfindenden Chorausflügen, bei den Weihnachtsfeiern und besonders bei den Geburtstagsfeiern für die Sangesbrüder, die meistens nach den wöchentlichen Proben stattfinden. Dazu gehört dann auch das Kartenspiel, wobei ein »Perlagger« manchmal bis in die frühen Morgenstunden dauern kann. Zur Tradition gehört auch der jährliche Ausflug aufs Joch, auf Einladung von Bürgermeister Schiefer, wo dann in der Forsthütte »Bärenleger« ausgiebig gefeiert wird.

Derzeit hat der Chor 33 aktive Mitglieder und vier Ehrenmitglieder, darunter Altlandeshauptmann Dr. Silvius Magnago. Obmann ist seit Herbst 2004 Thomas Gruber, der an die Stelle von Christof Tiefenbrunner trat.

 

 

Sängerausflug nach Graun mit Frau Ida Kofler, 1950

Weihnachtsfeier, 1954

Kletterausflug zum Rosengarten

 

 

Feier zum 80. Geburtstag des Ehrenmitgliedes Dr. Silvius Magnago im Ansitz Freienfeld
Die vergangenen 100 Jahre haben dem Männerchor Kurtatsch nicht nur Höhepunkte, sondern auch manche Krise beschert. Trotzdem ist die Begeisterung der Sänger für den Chorgesang und besonders für die Pflege des Tiroler Liedgutes bis heute unverändert erhalten geblieben. So sind von den Sängern, die 1946 dem neu gegründeten Verein beitraten, immer noch drei mit Leib und Seele dabei, nämlich Friedl Pomella, Erich Marth und Herbert Tiefenbrunner. Toni Orian, das älteste aktive Mitglied des Chores (über 70 Jahre), ist leider 2002 im Alter von 90 Jahren verstorben. Trotzdem hat auch der Kurtatscher Chor, wie übrigens viele andere Männerchöre, Nachwuchssorgen. Man kann dem Verein deshalb nur wünschen, dass es ihm gelingen möge, die Begeisterung für den Männergesang auch der Jugend weiterzugeben, denn neue gesangsfreudige Kräfte sind für den Fortbestand des Vereines unbedingt vonnöten. Da in Kurtatsch seit einigen Jahren Musikkurse für die Jugend veranstaltet werden, kann wohl mit einiger Hoffnung damit gerechnet werden, dass wieder mehr junge Menschen Freude am Chorgesang finden werden.
Der Kurtatscher Männerchor ist heute neben der Musikkapelle und dem Kirchenchor ein in der Gemeinde fest verankerter und mitgestaltender Kulturträger. Möge es lange so bleiben, denn ohne Musik und Gesang würde die Dorfgemeinschaft von Kurtatsch wirklich einen großen Verlust an kulturellen Werten erleiden.
Es bleibt nur mehr die Aufgabe, auch im Namen der vielen Freunde aus dem In- und Ausland, dem Kurtatscher Männerchor zu danken für die vielen frohen und festlichen Stunden und ihm für die kommenden Dezennien viel Erfolg zu wünschen. Möge der Chor noch viele Jahre weiterhin so fruchtbar tätig sein im Dienste des bodenständigen deutschen Liedes im Südtiroler Unterland.
Festkonzert und Festakt zum 100-jährigen Jubiläum

Der Männerchor hat sich für diesen denkwürdigen Geburtstag viel vorgenommen.

Am Samstag den 06.05.2006 war es dann endlich soweit. Alle Vorbereitungen für das Jahrhundertkonzert waren getroffen. Paul Höhn, der seine Männer nunmehr seit 20 Jahren kennt, hat ein ehrgeiziges Programm vorbereitet und in zahlreichen Proben wurde Ton für Ton und Stück für Stück eingelernt.

MGV-Kurtatsch

Dank der Unterstützung großzügiger Sponsoren hatte man als konzertante Begleitung das Streicherensemble unter der Leitung von Günther Ploner engagiert.

Der legendäre Musikprofessor Max Ploner war für die Begleitung am Klavier vorgesehen. Leider erkrankte der Professor und in letzter Minute musste der junge Klaviervirtuose Andreas Benedikter aus Brixen einspringen. Eine knappe Stunde vor dem Konzert traf der junge Meister ein, sah den Chor, den Chorleiter und das Programm zum ersten Mal, lies sich aber davon nicht einschüchtern.

 

Das Konzert begann mit einem musikalischen Paukenschlag:„ Gott in der Natur “ von Franz Schubert - ein kraftvolles tiefgründiges Meisterwerk, welches dem überaus zahlreich erschienen Publikum sofort den Endruck vermittelte, dass es sich tatsächlich um ein besonders Konzert handelt.

Klaviervirtuose Benedikter

Auch das zweite Werk von Franz Schubert, „Die deutschen Tänze “, war ein voller Erfolg, die Männer ließen sich vom Dirigenten durch die verschiedenen Gefühlsebenen leiten und die Klavierbegleitung passte perfekt.

Dann kamen die Gästechöre an die Reihe.

Der Kirchchor Kurtatsch, unter der Leitung von Heidrun Mark, brachte zwei interessante Stücke zur Aufführung, die Sopranistin Barbara Pichler Kofler konnte sich zusammen mit den Streichern in einer Mottete von Wolfgang Amadeus Mozart auszeichnen und die aus Oberösterreich angereisten Männer vom Sängerbund Haslach brachten ebenfalls zwei Klangbeispiele aus ihrer Heimat zur Aufführung.

Dann erwies der Jubelchor dem großen Meister Wolfgang Amadeus Mozart zu dessem Gedenkjahr die Ehre mit der Kantate für Sopran, Männerchor und Streicher „ Dir, Seele des Weltalls “.

Nach einer weiteren Kostprobe des Sängerbundes Haslachs und des Kirchenchors Kurtatsch wartete wieder der MGV mit dem Paradewalzer „ an der schönen blauen Donau “ von Johann Straus auf. Es ist ein erhabenes Gefühl diesen klassischen Walzer vor so einem großen Publikum mit einer derart tollen Begleitung singen zu dürfen und es war für alle ein unvergessenes Erlebnis. Es folgte die „ Polka Burschenwanderung “ ebenfalls von Johann Straus. Das entsprechende Notenmaterial hat ein Sangesbruder vom Männerchor Wien zur Verfügung gestellt.

Sopran Barbara Pichler Kofler zusammen mit den Streichern

Sängerbund Haslach

Kirchenchor Kurtatsch

Jugendchor Kurtatsch

Den Abschluss dieses würdigen Konzerts bildeten einige Klassiker von Sepp Thaler. Vorher wagte sich der Chor an die Uraufführung das Liedes „ Oll's war mir gleich “ aus der Feder von Sepp Thaler, neu komponiert von Gottfried Veit.

Das gemeinsame Schlusslied „ Tirol isch lei oans “ beendete diesen unvergesslichen Abend, den die Sprecherin Dr. Verena Amort aus Margreid professionell und mit großem Einfühlungsvermögen gestaltet hat. Der nagelneue Konzertsaal des umgebauten Kulturhauses hat seine Feuerprobe bestanden. Das zahlreich erschiene Publikum war begeistert und der Chor wird dieses Konzert wohl nicht so schnell vergessen.

Zahlreich erschienenes Publikum

Lange konnte an diesem Abend allerdings nicht gefeiert werden, da auch der darauf folgende Tag eine große Herausforderung für den Chor darstellte. Für die Umrahmung des Festgottesdienstes hatte der Männerchor den „ Messgesang aus dem Salzburger Gesangbuch vom Jahre 1782“ von Michael Haiden einstudiert. Beim anschließenden Festakt im Kulturhaus von Kurtatsch folge nach einer Begrüßung durch den Obmann die eindrucksvolle Festrede des Ehrendirigenten des MGV-Kurtatsch Dr. Siegfried Tappeiner. Er erzählte von seinen Erfahrungen mit dem Männerchor Kurtatsch, von der Begeisterung für den Chorgesang und vom großen Stellenwert, den dieser im gesellschaftlichen Leben, in der Kultur, in der Bildung und in der Freizeitgestaltung einnimmt.

Ehrendirigent Tappeiner

Buchvorstellung durch den Autor Heinz Tiefenbrunner

Nach einigen Grußworten der zahlreich erschienenen Ehrengäste folgte die mit Spannung erwartete Vorstellung des für diesen Anlass verfassten Buches: „100 Jahre Männergesangsverein Kurtatsch durch den Autor Heinz Tiefenbrunner.

Den Abschluss des Festaktes bildeten die vom Obmann zusammen mit dem Bezirksobmann vorgenommenen Ehrungen für besondere Treue einiger Gesangsmitglieder.

Dann ging es über zum kulinarischen Teil. Im Speisesaal des Kulturhauses war von tüchtigen und fleißigen Köchen und Helferinnen ein hervorragendes Festessen vorbereitet worden.

Für die tolle Dekoration haben die Bäuerinnen unter der Leitung der Obfrau Sonja Schwienbacher gesorgt. Die plastische Nachbildung aller Chormitglieder in Miniaturausgabe war eine Sensation und jeder Sänger konnte sein „Ebenbild“ als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnte.

So klang die Jahrhundertfeier in fröhlicher Runde und zu später Stunde gemütlich aus.

 

 

 

 

 

 

 

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